Samstag, 17. Februar 2007
Der "Charme" der 70er?
Die Süddeutsche Zeitung ist entweder ein Hort von stockalten Konservativen nahe dem Exitus oder eine Zeitung, die ihre Ironie sehr versteckt dem Lesepublikum offeriert.
Das sind die zwei einzigen Möglichkeiten, die ich erkenen kann bei einem (Bilder-)Artikel, der sich primär um Hertie, aber sekundär um den architektonischen Charme der 70er zu drehen scheint.
Man mag mich nun als rücksichtslosen Modernisten abtun, um sein Weltbild nicht zu erschüttern, aber für mich sind architektonisch sind alle Jahrzehnte bis vielleicht Ende der 90er das Schlimmste, was die Menschheit, bzw. die Deutschen, jemals in den Erdboden gerammt haben. Mein Religionslehrer meinte einmal, dass die Nachkriegszeit für die Architektur schlimmer war, als der Krieg selber. Und ich muss ihm jedesmal zustimmen, wenn ich durch die Straßen meiner Stadt laufe oder fahre.
Diese Zeit ist für mich vor allem durch Einfallslosigkeit geprägt. Architektonische Langeweile im besten Fall und eine visuelle Körperverletzung im Schlimmsten. Gebäude und Häuserfronten, die einem den Durchschnitt entgegenschreien oder das Unvermögen des Architekten, etwas kreatives, oder Schönes zu gestalten. Eine Zeit also, in der Architekten anscheinend einen Zeichenstift oder die Worte Entwurf und Design nur von Erzählungen her kannten.
Vielleicht schämten sie sich ein wenig darüber - zumindest unbewusst - dass sie zu dämlich und zu unkreativ waren für den Kunst-Leistungskurs im Abitur. Das würde zumindest die gigantische Anzahl an überdachten und somit düsteren Ecken erklären, die in den Zeiten entstanden sind und nun langsam durch die Bagger in die ewigen Betongründe einkrachen.
Viele mögen jetzt einwenden, dass früher eben alles....anders....besser??.....war. Wie so oft. Weniger Materialien, weniger Computer, weniger Geld, weniger Können, weniger Zeit, weniger Lust, weniger Zeitgeist und so weiter und so fort ad infinitum.
Ach ja. Ausreden sind nun mal etwas schönes.

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