Donnerstag, 22. Februar 2007
Machtbewusstsein und die Demokratie
Gerade eben habe ich in der Onlineausgabe der Zeit gestöbert und bin über die Überschrift "Wenig Machbewusstsein" eines Artikels über die CSU, Seehofer und einem mir völlig unbekannten Erwin Huber gestolpert.
Der Artikel interessiert mich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht, ich habe ihn nicht einmal gelesen. Was mich hier aus meinem alltäglichen Tagtraum namens surfen gerissen hat war die Überschrift.
"Wenig Machtbewusstsein." Man mag mir nun den Wunsch nach einer Idealwelt ankleben, doch sollten für mich Politik und vor allem Demokratie eines sein: vom Volk ausgehend. Dies heißt, dass Politiker gefälligst das zu tun haben, was wir wollen.
Natürlich ist dies ein Wunschtraum der sogar den von George Bush Konkurrenz macht. Es wäre sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, jedem Bürger seine kleinen Wehwehchen in die eisernen Lettern eines Gesetzes zu stampfen. Wenn ich mir aber den Zirkus in Berlin und Bayern so anschaue, habe ich das Gefühl, dass sich Politik nur noch um sich udn die Macht dreht. Um die Personen, nicht die Sache. Und mit verlaub: mich kotzt das an.
Politiker, die eher auf der Bühne eines Theater agieren sollten, machen Politik. und nicht mal eine besonders Gute oder Konsequente - und lassen sich für diesen Mist noch von den Dorftrotteln feiern, als ob sie die Weltformel in der Physik gefunden hätten.
Und als ob dies schon nicht genug wäre verschwenden sie darüber hinaus die begrenzten Ressourcen (u.a. Zeit und Geld) dafür, um herauszufinden, wer den jetzt das "sagen" hat - in einer Demokratie.
Und auch wenn die Auswüchse manchmal an ein Kindergarten erinnern, können wir doch froh sein, in einer zu leben.
Alles andere wäre ein Schritt in die Vergangenheit, in der die Alternativen schrecklich versagt haben.

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Mittwoch, 21. Februar 2007
Thyssen's Geld
Heute hat das Unternehmen ThyssenKrupp eine Rekordstrafe aufgebrummt bekommen. Man mag sich nun über das Für und Wider von wirtschaftlich angeregten Betrügereien trefflich streiten, doch unbestritten ist die konsequent hohe Summe.
Mein einziges Problem dabei ist, dass die Betrügereien zwar Endkunden getroffen hat, jedoch sind dies keineswegs Endkunden im Sinne von privaten Endkunden, die zum Beispiel an der Kasse stehen. Es hat Firmenendkunden vor allem getroffen, die ihre Kosten zwar auf die eine oder andere Weise an den Verbraucher (eventuell) weiter gegeben haben, doch nicht Endkunden direkt.
Mir scheint auch ein wenig Kränkung mitzuschwingen, wenn die Komissare verlauten lassen, dass auch die EU beschissen wurde. Ich würde mich jedoch noch mehr freuen, wenn die EU eine solche Aktivität auch an den Tag legen würde, wenn nicht sie direkt, sondern wirklich Endkunden betroffen sind, die paradoxerweise trotz ihrer Masse keine große Lobby haben.
Vielleicht sollte die EU sich selbst ein Bußgeld auferlegen wegen grober Marktverzerrung zugunsten von Wirtschaftslobbyisten. Die Summe würde die Millarden sprengen, obwohl sie dann indirekt der nichtvertretene Steuerzahler aufbringen müsste.

Das Wort Paradox wäre da noch untertrieben.

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Montag, 19. Februar 2007
Apple und ich
Ich kann Apple nicht leiden!

So, jetzt ist es raus. Ich habe es einfach nicht mehr zurückhalten können. Und die Commentliste wird sich freuen.
Es wird sich ja nun der eine oder andere Apple-Jünger mit seinem frisch gekauften iScheiterhaufen-Kit natürlich ungläubig fragen, wie ich es wagen kann am Gott namens Apple zu zweifeln und ein Gerät mit dem Apfel zu besitzen.
Die Zahl der Gründe ist vielfältig doch kreisen sie alle um einen Kern herum: ich sehe keinen Bedarf darin. Wieso sollte ich mir einen Apple-Rechner, geschweige denn einen iPod anschaffen? Die aJünger (Apple-Jünger) werden natürlich nicht müde darauf zu verweisen, dass der Mac ja so viel sicherer sei und so viel schicker und so viel besser als Windows.
Der Sicherheitsaspekt der dürfte noch zu den besseren von allen zählen. Windows ist in der Tat eine Virenschleuder ohne gleichen und wer nicht aufpasst, der hat schnell gewaltige Probleme mit seinem System. Ich kann davon ein Lied singen, denn eine Bekannte hatte erst kürzlich einen tollen Virenbefall den ich beseitigen durfte. Doch andererseits: seit ich meinen Virenscanner nebst Firewall habe, herrscht Ruhe. Seit Jahren habe ich keinen Virus auf meiner heimischen Platte gesehen.
Nun zum Punkt Design, coolness und was weiss ich noch nicht alles. In diesem Punkt stimmt es auch wieder, Apple versteht es seine Geräte gut aussehen zu lassen. Spart es mir aber Zeit oder Arbeit? Nein. Die meiste Zeit schaue ich in einen Monitor und nicht auf das Gehäuse. Oder auf die Maus.
Nun ist da natürlich die Sache mit dem "besseren". Viele aJünger schreien es fast schon mit pavlow'scher Manier in die Welt, dass Apple das Beste ist. Schön fpr sie, aber außer der Hardware bleibt nur noch die Software und vor allem da das OS mit dem Mac am Anfang. Hier mal die Frage: wenn ich den ganzen Tag mit Software von Herstellern arbeite, die nicht Microsoft heißen, was für einen Vorteil habe ich dann von einem Wechsel? Die Software selbst ändert sich nicht, nur die Umgebung. Die mag vielleicht hübsch aussehen, aber es ändert nicht die Software selbst.
Geschwindigkeitsunterschiede sind heutzutage marginal, oder kann mir einer sagen, dass im Mac eine 300MB große Photoshop-Datei in (k)einer, statt drei Sekunden gespeichert wird? Aber die zwei Sekunden sind mir keine vielen Euronen wert.

Nun aber zum Hauptpunkt, warum mich Apple nervt: der ständige Hype um diesen Laden.
Da präsentiert der Steve ein Handy ohne Tasten, das erst in Monaten auf den Markt kommt. Und was machen die Leute? Die staunen, als ob der Herrgott persönlich vom Himmel geschwebt ist, um irgendwo auf der Erde seinen Haufen zu setzen. Und die Medien feiern es als Triumphzug der Technik, die von anderen schon Jahre vorher wieder fallen gelassen wurde.
Ein Punkt am Rande: ich glaube ja langsam, dass Apple den Mist mit dem iPhone nur deswegen veranstaltet hat, weil das Prada-Handy vor der Präsentationstür stand. Egal wann es erscheint, es wurde als erstes präsentiert und damit schreibt ab sofort die ganze Welt, dass das iPhone das erste war, obwohl die Entwicklungen parallel liefen oder gar Prada schneller war.
Desweiteren nerven mich die Apple-Jünger: ja, Euch meine ich. Wenn jemand wie ich etwas an dem Laden auszusetzen hat oder einfach nicht mag, dann lebt damit. Versucht nicht, jeden auf die Seite von Apple zu ziehen, weil es ja so toll ist. Der Mist hat schon mit den Religionen nicht funktioniert und sollte ein mahnendes Beispiel sein. Freut euch über das teure Stück Design und lasst uns unwissenden Ungläubigen unsere Unvernunft.

So, das musste einmal gesagt werden. Und wenn es nicht anders sein muss, werde ich jetzt nie mehr ein Wort über Apple verschwenden.

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Samstag, 17. Februar 2007
Der "Charme" der 70er?
Die Süddeutsche Zeitung ist entweder ein Hort von stockalten Konservativen nahe dem Exitus oder eine Zeitung, die ihre Ironie sehr versteckt dem Lesepublikum offeriert.
Das sind die zwei einzigen Möglichkeiten, die ich erkenen kann bei einem (Bilder-)Artikel, der sich primär um Hertie, aber sekundär um den architektonischen Charme der 70er zu drehen scheint.
Man mag mich nun als rücksichtslosen Modernisten abtun, um sein Weltbild nicht zu erschüttern, aber für mich sind architektonisch sind alle Jahrzehnte bis vielleicht Ende der 90er das Schlimmste, was die Menschheit, bzw. die Deutschen, jemals in den Erdboden gerammt haben. Mein Religionslehrer meinte einmal, dass die Nachkriegszeit für die Architektur schlimmer war, als der Krieg selber. Und ich muss ihm jedesmal zustimmen, wenn ich durch die Straßen meiner Stadt laufe oder fahre.
Diese Zeit ist für mich vor allem durch Einfallslosigkeit geprägt. Architektonische Langeweile im besten Fall und eine visuelle Körperverletzung im Schlimmsten. Gebäude und Häuserfronten, die einem den Durchschnitt entgegenschreien oder das Unvermögen des Architekten, etwas kreatives, oder Schönes zu gestalten. Eine Zeit also, in der Architekten anscheinend einen Zeichenstift oder die Worte Entwurf und Design nur von Erzählungen her kannten.
Vielleicht schämten sie sich ein wenig darüber - zumindest unbewusst - dass sie zu dämlich und zu unkreativ waren für den Kunst-Leistungskurs im Abitur. Das würde zumindest die gigantische Anzahl an überdachten und somit düsteren Ecken erklären, die in den Zeiten entstanden sind und nun langsam durch die Bagger in die ewigen Betongründe einkrachen.
Viele mögen jetzt einwenden, dass früher eben alles....anders....besser??.....war. Wie so oft. Weniger Materialien, weniger Computer, weniger Geld, weniger Können, weniger Zeit, weniger Lust, weniger Zeitgeist und so weiter und so fort ad infinitum.
Ach ja. Ausreden sind nun mal etwas schönes.

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Sonntag, 11. Februar 2007
Über trojanische Killer und hackende Blasen
Das allgegenwärtige Terrornetz namens Internet ist eine wunderbare Fundgrube an Sinn- und Zwecklosigkeiten, was allerdings viele Politiker nicht davon abgebracht hat, dieses nur vom Hörensagen her zu kennen.
Das gleiche gilt wohl von Computern der Nutzer, weswegen sie diese Informationslücke natürlich gerne schließen würden und vielleicht auch bald werden.
Bundestrojaner, unautorisierte und heimliche Durchsuchungen, ach ja, da schlägt das Herz des Freiheitskämpfers voller Freude, hat er doch nach der Stasi endlich einen neuen Feind gefunden: die terrogeängstigte Demokratie.
Natürlich steht es etwas im Widerspruch, wenn ein Freiheitskämpfer gegen die freiheitsliebende Demokratie kämpft, aber dies wäre nicht der Erste. Wie hat der von allen geliebte Politiker Bush sinngemäß in sein Mantrabüchlein geschrieben? Nur durch Krieg - also den Terror der Reichen - kann man den Terrorismus - also den Krieg der Armen - bekämpfen und am Ende aller Tage die Freiheit in alle Welt versenden. Natürlich mit UPS. Die Deutsche Post ist wegen zu hoher Preise aus dem Rennen.
Und wir müssen natürlich alle ein wenig von unserer Freiheit aufgeben, um damit den Terroristen am Ende recht zu geben, dass Heuchelei irgendwie in unseren Gencode eingemeißelt ist. Widersprüche sind wirklich wunderbar. Oder kürzer: Widersprüche wirklich wunderbar, womit der Kreis zum größten Terrornetz WWW geschlossen wäre.
Wäre ich nicht so paranoid wie ich es nicht bin, dann würde ich frühestens jetzt anfangen, mir ein paar sinnlose Gedanken darüber zu machen. Doch ich war mal wieder schneller, als ich selbst und habe die Erleuchtung bereits niedergeschrieben, bevor ich sie überhaupt hatte. So schnell ist kein Intel-Prozessor.
Und auch kein Blog, welches laut PR DAS Tool der Web2.0-Blase darstellt. Oder war es MySpace? Ich weiss es nicht. Für mich ist kein großer Unterschied festzustellen, außer dass die Grafiken hübscher und die virtuellen Killerspiele realer sind, als jemals zuvor und sogar einen Mord in jeder Hinsicht überbieten, echtes Blut inbegriffen.
Zumindest erlaubt Web2.0 es jedem, schnell seine zwei Seiten Lebensgeschichte auf Plattformen wie Blogger.de niederzuschreiben.
Eigentlich ist der Bundestrojaner doch völlig überflüssig, wenn die Hacker des BKA mal lernen würden, wie man Google nutzt und auf MySpace sucht.
Denn der Internet-Hype ist sicherlich nicht spurlos an den Terroristen vorbeigezogen...was den Bundestrojaner dann doch rechtfertigen würde, denn wer surft, hat auch eine Festplatte.
Welch bestechende Logik.

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