Donnerstag, 6. März 2008
Adieu, mein Bublath
Da sieht man mal, wie schnell man etwas verpassen kann. Denn wenn ich die schwarzgedruckten Buchstaben auf Spiegel Online richtig interpretiere, dann ist Joachim Bublath am gestrigen Mittwoch in Rente gegangen.

So sehr ich den Kokser von schwarzen Löchern auch mag, muss ich leider sagen, dass es auch an der Zeit war, denn Bublath hat für mich am Ende nicht mehr den Wissenschaftler, sondern eher das Öffentlich-Rechtliche "vertreten".

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich ihn das erste Mal gesehen habe. Da ging es um schwarze Löcher, Super-Novae, Gravitaion und noch mehr - und meine Mutter musste mich schon mit einer gehörigen Portion Photonen von der Glotze locken. Damals war für mich das Zeugs so neu, dass es spannend war.

Und da finden die Probleme für mich, bzw. den Gummiballwerfer Bublath an. Denn irgendwann habe ich dank ihm das Wichtigste über die bekanntesten Weltraumfurzer und dem Licht dazu gewusst. Joachim Bublath jedoch schien es immer wieder zu vergessen. Jahrein und jahraus brachte er immer wieder seine schwarzen Löcher und er hat auch ums Verecken immer die gleichen billig gemachten Filmchen und Demonstrationen gezeigt, als ob die Lizenzgebühr sonst zu hoch wäre oder der Computer fürs Animieren noch nicht gekauft wurde.

Seine staubtrockene Art atakanischen Ausmasses mag in den 80ern und 90ern noch kultig gewesen sein. In der Zukunft namens heute jedoch wirkte er für mich wie eine Einschlaftablette auf zuviel MCQuadrat gefangen in einer ständigen Feedbackschleife. Das war am Ende nicht mehr nur zwischen den Sendungen so, sondern sogar schon innerhalb JEDER Sendung.

Da steht der Bublath im Studio oder auf dem Vulkan und labert über irgendein Thema, erklärt es. Dann geht der Film los. Und was passiert? Die gleiche Sosse wird in dem genau gleichen Wortlaut noch einmal heruntergebetet. Nur halt mit anderen Bildchen oder schlechteren Animationen. Das ging mir irgendwann so auf den quantenmechanischen Senkel, dass ich schlicht entschieden habe abzuschalten und darauf zu warten, dass ein paar Aliens mir was neues beibiegen mögen.

Und was kann ich sagen, sie haben es tatsächlich getan. Jedem, der auch nur einen Hauch von Einstein in seiner Zunge hat, sollte doch bitteschön die englische/amerikanische Doku "Was Einstein noch nicht wusste" anschauen. In drei Folgen á 45 Minuten hat mir dieser Professor Sowieso mit Witz, etwas Geschichte und tollen Ideen die Relativitätstheorie, die Quantenphysik und sogar die Stringtheorie erklärt.

Ich glaube, dass Joachim Bublath dafür schon zwei Jahrhunderte gebraucht hätte.

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Mittwoch, 5. März 2008
Schaut noch jemand fern?
Also ernsthaft.

Ich stolperte gerade über die Meldung auf Wunschliste.de, dass SAT1 sein Freitagabendprogramm mal wieder komplett überarbeitet. An sich ja eine feine Sache, denn nichts müffelt so sehr wie die fünf Jahre alte Aufwärmkost in der Mikrowelle. Aber dass manches bereits nach EINER Sendung versetzt wird, ist schon ein dicker Paukenschlag auf die Fernbedienung des Zuschauers.

Und was dem Treiben die 9Live-Krone aufsetzt ist die Tatsache, dass manches doch recht erfolgreich lief. Ich bin zwar kein Mathegenie und kann ohne Taschenrechner nicht einmal 1+1 zusammenzählen, doch 1,5 Millionen Zuschauer für "Ich Tarzan, du Jane" klingen doch zumindest nach einem kräftigen Rülpser im Fernsehdschungel.

Für SAT1 war es eine aber natürlich Enttäuschung, weil die Quote nicht bei 100 Millionen + X lag. Ja, diese amerikanischen Zahlen sollten doch auch in Deutschland möglich sein, mit der Statistik kann das sicherlich hingebogen werden. Oder wir Zählen noch halb Europa dazu.

An sich ist diese Quotenfixierung wie auf eine Banane ja zu verstehen. Aber andererseits wundert sich sogar langsam mein Windows-getunter PC ob der fantastischen Geschwindkeit der Programmänderungen, die sogar das schnelllebige Internet übertreffen und einen Intel-Prozessor alt aussehen lassen.

Da wird eine Sendung wie zum Beispiel die kongenial betitele "Marco Rima Show" in den Äther gejagt und gleich am nächsten Tag in die mittlere Nacht geschoben, weil doch ein paar Zuschauer zu wenig eingeschaltet haben - also in etwa zwanzig.

Dass trotz aller Hektik und aller Aktienoptionen eine Sendung auch mal Zeit braucht um wenigstens Luft zu holen scheint den Sekundenplanern nicht aufzugehen. Mundpropaganda ist nicht umsonst nicht totzukriegen.

Auf einem ganz anderen Blatt steht natürlich die allgemeine Qualität der Programme. Zumindest das deutsche Fernsehen scheint sich ja richtig daran zu erfreuen, einen bildpunktverseuchten Mist nach dem anderen zu produzieren und auf den Zuschauer loszulassen.

Und in genau diesem Punkt schlägt die Globalisierung dann so richtig zu, wo es wehtut. Anders ausgerechnet: US Serie + Internet = Tauschbörse.

Vielleicht bin ich hier der einzige, aber wenn ich Senderchef wäre, wären mir die kleinen Hausfrauen und die Arbeitslosen scheissegal. Ich würde so intelligente Serien produzieren und mit Untertitel gleich selbst ins Internet stellen, dass "24" einpacken könnte.

Die Geschichte mit den Quoten brächten wir dann auch noch geregelt. Denn ich habe das bestimmte Geh-fühl, dass die Statistiker sich nur die Leute zur Messung raussuchen, die auch noch tatsächlich vor der analogen Alt-Glotze hängen, während der ganze Rest schon digital im Internet säu..saugt.

Wilkommen in der wirklichen Welt, du deutsches Fernsehen, du...

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Montag, 18. Februar 2008
Zocken macht Doof
Man mag mich masochistisch nennen, aber ich lese tatsächlich gelegentlich die Online-Version der Sueddeutschen Zeitung, um deren Ergüsse in ihrem Kreuzzug gegen das Internet und alles Moderne zu verfolgen.

Nun ist es wieder soweit. Dieses Mal ist es nicht das Netz mit uns Bloggern sondern Computerspiele und das veraltete Fernsehen, wobei die Sueddeutsche "nur" eine Studie zitiert.

Die üblichen Verdächtigen? Ja. Christian Pfeiffer, der konservative Knochen, der von Computerspielen so viel praktische Erfahrung wie ich vom Fliegen habe, hat mal wieder eine draufgeleft - also eine Studie. Und von dem, was ich auf der Sueddeutschen UnZeitung gelesen habe, ist es mal wieder ein typischer geistiger Erguss von typischer Qualität: im Ansatz gut gemeint , in der Durchführung und Interpretation aber soweit daneben, dass die schon genau gezielt haben müssen.

Denn was kam bei der Studie mit dem Titel "Die Pisa-Verlierer - Opfer ihres Medienkonsums" raus? Wer seine Zeit mit etwas anderem als mit lernen verbringt hat schlechtere Noten. OK, so steht es dort nicht (aber das Prinzip ist das gleiche): wer Daddelt/Zockt, ist schlechter. Dass sich der Medienkonsum, der Zeit kostet, natürlich auf die Lernzeit aufwirkt und damit die Noten verschlechtert, ist an sich logisch.

Eines muss ich aber schon sagen: der mit bedacht gewählte polemische Titel ist mal wieder bezeichnend. Die Schüler haben nur deswegen so schlecht abgeschnitten, weil sie Medien konsumieren. Im Klammern könnte hier auch stehen, dass in den guten alten Zeiten die Medien nicht so verbreitet waren und damit alles besser.

Weiterhin erscheint mit dieses Ding als ein zusammengeklaustertes Ding, dass vor allem die Weltanschauung von Pfeiffer unterstützen soll. Denn was soll man davon halten, dass zum Beispiel Äpfel mit Birnen verglichen werden? Ein Kind dass viel Medien konsumiert gegen ein Kind das wenig konsumiert. Das mag auf den ersten Blick logisch erscheinen geht aber am Kernthema vorbei: Zeitverschwendung. Insofern hätten die Forscher besser Kinder mit hohem Medienkonsum gegen Kinder mit viel Freizeitaktivitäten "antreten" lassen sollen. Das hätte mehr über die Medien an sich ausgesagt.

In eine ähnliche Kerbe schlägt hier der Vergleich eines brutalen Computerspieles gegen Tischtennis. Vor allem anderen muss die Frage gestattet sein, ob sich Pfeiffer hier strafbar gemacht hat, wenn er Kinder vor ein brutales Spiel setzt. Der jugendschutzwahn treibt meines Erachtens manch Blüte, doch jeder mit gesundem Menschenverstand weiss, dass Spiele für Erwachsene nicht in Kinderhände gehören. Da ich kaum glauben kann, dass die Forscher mit Pfeiffe so etwas machen, stellt sich gleich die Frage nach dem Raster. Mit anderen Worten: was verstehen die Forscher als brutal? Und auch hier wieder das Obst: brutales Computerspiel gegen harmlosen realen Zeitvertreib. Wie wäre es mit brutalem Computerspiel gegen Tetris oder Super Mario, also Medium gegen Medium?

Wer sich das antun will, und den Artikel liest, wird noch weit mehr entdecken, als ich jetzt gewillt bin aufzuzählen.

In jedem Fall zeigt die Studie mal wieder, dass man am besten sein Gehirn auf durchzug schalten sollte, wenn der Name Christian Pfeiffer auftaucht.

Übrigens: sein Institut arbeitet gerade an folgender (natürlich völlig "neutral") formulierten Arbeitsthese:
Übermäßiger Medienkonsum macht Kinder dick, krank, dumm, traurig - vielleicht auch aggressiv.

Soviel zu neutralität und wissenschaftlichkeit...

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Samstag, 16. Februar 2008
Zurück zu den lebenden?
Oh Mann.

Wie schnell doch die Zeit vergeht wenn man viel zu tun hat und doch nicht weiss wohin mit seinen geistigen Ergüssen.

In den letzten Monaten hatte ich nicht nur viel zu tun, sondern auch massig weshalb dieses kleine Projekt nicht wirklich weit gediehen ist. Ein paar Einträge und das war es dann auch schon.

Doch irgendwie juckt es in meinen Fingern. OK, ich betreibe zwar schon ein kleines Blog, doch das beschäftigt sich mit Filmen und der englischen Sprache (wortwörtlich). Doch das bringt auch gewisse Nachteile mit sich, da ich zum Beispiel über aktuelle Dinge, die manchmal interessant, meistens aber nur ärgerlich sind, nicht schreiben kann.

Zwar weiss ich noch nicht, ob ich Punkt in dieser Form überhaupt weiterführen werde, aber ich habe wenigstens mal ein Lebenszeichen von mir gegeben.
Wenn mir jetzt noch jemand sagt, wie ich massig Besucher bekomme, damit meine narzisstischen Triebe ebenfalls befriedigt sind, bekommt von mir einen Kuss auf die nächste Motorhaube.

In diesem Sinne
Punkt

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Donnerstag, 29. März 2007
Wir Deutsche und die Titel
Es war gerade wie ein Erlebnis aus der Twilight Zone.
Ich surfe gerade pausenartigerweis wie es Bugs Bunny fomulieren würde auf Wunschliste.de ein wenig hin und her. Dabei lande ich irgendwie im Sci-Fi-Bereich und sehe - oha - Battlestar Galactica auf dem 5. Platz.
Endlich, so denke ich, scheinen die Deutschen mal auf etwas anspruchsvollere Dinge zu stehen, statt auf Barbara Salesch und Co. Es gibt noch Hoffnung.
Klick. Etwas neugierig auf weitere Daten gehe ich auf die Infoseite zur Serie....und mein Weltbild wurde abermals zurechtgerückt.
Ich finde einen Eintrag in der Liste mit bald gesendeten Folgen. Der Titel: "Der beste Jäger der Zylonen". Kurz in meinem Gedächtnis gekramt erinnere ich mich an die Folge, die ich im Original gesehen habe. Es ging darin um einen Jäger, also Kampfflieger, der einsam und allein eine persönliche Vendetta gegen die Menschen zu haben schien. Sein Spitzname: Scar, da er eine große "Narbe" am Bug hatte. So auch der Titel im Orgininal. Schlicht "Scar".
Wie nun der Übersetzer auf so einen dämlich deutschen Titel gekommen ist, bleibt mir schleierhaft, doch bewegt er sich ja im allgemeinen Deutschen Standard, gute Originaltitel mal so richtig zu versauen. Oder einen englischen Titel durch einen anderen englischen Titel zu ersetzen. Ich glaube spätestens hier setzen auch nicht nur bei mir die Hirnzellen aus.
Ich habe da ja so eine Theorie zu der Sache: ähnlich wie bei Serien und Filmen im Allgmeinen, versuchen die Sender mit biegen und brechen alles zu vereinfachen. Bloss nichts anspruchsvolles und erst recht nicht der Titel. Der kann dann im besten Falle auch irreführend sein, wie bei "Scar". Denn der deutsche Titel impliziert, dass er extra von den Zylonen auf eine Sondermission geschickt wurde und den Menschen das Leben zur Hölle zu machen. Und genau das stimmt eben nicht.
Für viele mag das Kleinlich klingen. Für mich aber ist es nur eine weitere Bestätigung dafür, dass meine frühere Entscheidung richtig war, nur noch Filme und Serien im Original anzuschauen.
Ach ja, die Untertitel bei Filmen sind eine Geschichte für sich, die ich auch mal beleuchten werde.

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Samstag, 17. März 2007
HDTV und DRM
Man stelle sich vor, man hat die Wahl zwischen zwei althergebrachten Postern. Das eine ist recht billig zu haben, hat eine ausreichende größe für die Wand und man kann es so mitnehmen. Das andere ist größer, als das andere, zeigt aber das genau gleiche. Nur halt etwas größer. Will man dieses Poster kaufen, so muss man nicht nur mehr Geld dafür blechen, sondern muss auch allerlei hickhack mitmachen. Das Poster darf zwar angeschaut werden, aber nicht in jedem Zimmer, sondern nur in speziell zertifizierten. Um die Einhaltung zu gewährleisten, schickt die Posterfirma regelmässig ein paar Leute vorbei, die das überprüfen und schon bei einem scheinbaren Fehlverhalten das Zimmer versiegeln.
So oder so ähnlich dürfte die Lage bei HDTV gegenwärtig aussehen.
Ihr könnt mich nun als Deppen abstempeln, aber irgendwie verstehe ich das ganze nicht so recht. Denn es geht bei dem ganzen DRM-Mist nicht darum, unbedingt die Inhalte zu schützen, sondern einzig und allein die Auflösung, also ein technsiches Detail. Es ist also kein Quantensprung, wie von Analog zu Digital, sondern nur von Digital zu...Digital. Beziehungsweise zu Digital mit weniger Möglichkeiten.
Ich weiss nicht, wie es Euch so geht, aber ich werde mich für dieses nette entgegenkommen der Industrie mit einer freundlichen Kaufabstinenz bedanken.

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Mittwoch, 28. Februar 2007
Panorama Adieu, 'Killerspiele' Hallo. ÖR Leb' wohl
Es ist schön zu sehen, wie die 'etablierten' Medien und Sender langsam einen Wind zu spüren bekommen, den sie sich vor Jahren nicht einmal in Farbe erträumt hätten. Ist dies aber in der aktuellen 'Debatte' überhaupt noch schwer? Wenn ich mich als investigativen Journalisten beschreibe, und dann etwas abliefere, dass in China wohl höchst willkommen wäre, weil die Warhheit so verdrehend, dann würde ich mir mit der nächsten virtuellen Schrotflinte ein Loch in den Boden schießen und dort verschwinden.
Soviele Falschaussagen und Verdrehungen bekommt nicht einmal die Politik hin und das will was heißen.
Was ich mich seit diesem Beitrag natürlich zu Recht frage ist, ob ALLE Beiträge von Panorama handwerklich und inhaltlich so schlecht sind. Recherchieren die Jungs nur an der Oberfläche, oder gar nicht? Was hat Polemik beim Journalismus verloren? Und was hat Beleidigung in einem ÖR Sender verloren?
Diese Sendung hat für mich mal wieder bewiesen, dass die gesamten gebührenfinanzierten Sender von moderner Technik und Kultur keine Ahnung haben wollen. Oder können. Ist auch schwierig, wenn die Hauptzielgruppe bei 50+ liegt. Das erklärt wohl auch den Mangel von anderen Themen oder Musik jenseits von Musikantenstadl und Co.
Wenn eine Senderfamilie nicht einmal Blues, Jazz oder Electronicmusik am Abendprogramm an prominenter Stelle sendet, und das trotz Grundversorgungspflicht, dann weiss man, wie es bei denen bestellt ist.
Der polemische Beitrag von Panorama mit der polemischen Moderation der unsympatischen Nudel ist da für mich nur die letzte Bestätigung, dass ich hier mein Geld in was hineinbuttere, dass die längste Zeit seinen Horziont überschritten hat.

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Donnerstag, 22. Februar 2007
Machtbewusstsein und die Demokratie
Gerade eben habe ich in der Onlineausgabe der Zeit gestöbert und bin über die Überschrift "Wenig Machbewusstsein" eines Artikels über die CSU, Seehofer und einem mir völlig unbekannten Erwin Huber gestolpert.
Der Artikel interessiert mich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht, ich habe ihn nicht einmal gelesen. Was mich hier aus meinem alltäglichen Tagtraum namens surfen gerissen hat war die Überschrift.
"Wenig Machtbewusstsein." Man mag mir nun den Wunsch nach einer Idealwelt ankleben, doch sollten für mich Politik und vor allem Demokratie eines sein: vom Volk ausgehend. Dies heißt, dass Politiker gefälligst das zu tun haben, was wir wollen.
Natürlich ist dies ein Wunschtraum der sogar den von George Bush Konkurrenz macht. Es wäre sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, jedem Bürger seine kleinen Wehwehchen in die eisernen Lettern eines Gesetzes zu stampfen. Wenn ich mir aber den Zirkus in Berlin und Bayern so anschaue, habe ich das Gefühl, dass sich Politik nur noch um sich udn die Macht dreht. Um die Personen, nicht die Sache. Und mit verlaub: mich kotzt das an.
Politiker, die eher auf der Bühne eines Theater agieren sollten, machen Politik. und nicht mal eine besonders Gute oder Konsequente - und lassen sich für diesen Mist noch von den Dorftrotteln feiern, als ob sie die Weltformel in der Physik gefunden hätten.
Und als ob dies schon nicht genug wäre verschwenden sie darüber hinaus die begrenzten Ressourcen (u.a. Zeit und Geld) dafür, um herauszufinden, wer den jetzt das "sagen" hat - in einer Demokratie.
Und auch wenn die Auswüchse manchmal an ein Kindergarten erinnern, können wir doch froh sein, in einer zu leben.
Alles andere wäre ein Schritt in die Vergangenheit, in der die Alternativen schrecklich versagt haben.

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Mittwoch, 21. Februar 2007
Thyssen's Geld
Heute hat das Unternehmen ThyssenKrupp eine Rekordstrafe aufgebrummt bekommen. Man mag sich nun über das Für und Wider von wirtschaftlich angeregten Betrügereien trefflich streiten, doch unbestritten ist die konsequent hohe Summe.
Mein einziges Problem dabei ist, dass die Betrügereien zwar Endkunden getroffen hat, jedoch sind dies keineswegs Endkunden im Sinne von privaten Endkunden, die zum Beispiel an der Kasse stehen. Es hat Firmenendkunden vor allem getroffen, die ihre Kosten zwar auf die eine oder andere Weise an den Verbraucher (eventuell) weiter gegeben haben, doch nicht Endkunden direkt.
Mir scheint auch ein wenig Kränkung mitzuschwingen, wenn die Komissare verlauten lassen, dass auch die EU beschissen wurde. Ich würde mich jedoch noch mehr freuen, wenn die EU eine solche Aktivität auch an den Tag legen würde, wenn nicht sie direkt, sondern wirklich Endkunden betroffen sind, die paradoxerweise trotz ihrer Masse keine große Lobby haben.
Vielleicht sollte die EU sich selbst ein Bußgeld auferlegen wegen grober Marktverzerrung zugunsten von Wirtschaftslobbyisten. Die Summe würde die Millarden sprengen, obwohl sie dann indirekt der nichtvertretene Steuerzahler aufbringen müsste.

Das Wort Paradox wäre da noch untertrieben.

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Montag, 19. Februar 2007
Apple und ich
Ich kann Apple nicht leiden!

So, jetzt ist es raus. Ich habe es einfach nicht mehr zurückhalten können. Und die Commentliste wird sich freuen.
Es wird sich ja nun der eine oder andere Apple-Jünger mit seinem frisch gekauften iScheiterhaufen-Kit natürlich ungläubig fragen, wie ich es wagen kann am Gott namens Apple zu zweifeln und ein Gerät mit dem Apfel zu besitzen.
Die Zahl der Gründe ist vielfältig doch kreisen sie alle um einen Kern herum: ich sehe keinen Bedarf darin. Wieso sollte ich mir einen Apple-Rechner, geschweige denn einen iPod anschaffen? Die aJünger (Apple-Jünger) werden natürlich nicht müde darauf zu verweisen, dass der Mac ja so viel sicherer sei und so viel schicker und so viel besser als Windows.
Der Sicherheitsaspekt der dürfte noch zu den besseren von allen zählen. Windows ist in der Tat eine Virenschleuder ohne gleichen und wer nicht aufpasst, der hat schnell gewaltige Probleme mit seinem System. Ich kann davon ein Lied singen, denn eine Bekannte hatte erst kürzlich einen tollen Virenbefall den ich beseitigen durfte. Doch andererseits: seit ich meinen Virenscanner nebst Firewall habe, herrscht Ruhe. Seit Jahren habe ich keinen Virus auf meiner heimischen Platte gesehen.
Nun zum Punkt Design, coolness und was weiss ich noch nicht alles. In diesem Punkt stimmt es auch wieder, Apple versteht es seine Geräte gut aussehen zu lassen. Spart es mir aber Zeit oder Arbeit? Nein. Die meiste Zeit schaue ich in einen Monitor und nicht auf das Gehäuse. Oder auf die Maus.
Nun ist da natürlich die Sache mit dem "besseren". Viele aJünger schreien es fast schon mit pavlow'scher Manier in die Welt, dass Apple das Beste ist. Schön fpr sie, aber außer der Hardware bleibt nur noch die Software und vor allem da das OS mit dem Mac am Anfang. Hier mal die Frage: wenn ich den ganzen Tag mit Software von Herstellern arbeite, die nicht Microsoft heißen, was für einen Vorteil habe ich dann von einem Wechsel? Die Software selbst ändert sich nicht, nur die Umgebung. Die mag vielleicht hübsch aussehen, aber es ändert nicht die Software selbst.
Geschwindigkeitsunterschiede sind heutzutage marginal, oder kann mir einer sagen, dass im Mac eine 300MB große Photoshop-Datei in (k)einer, statt drei Sekunden gespeichert wird? Aber die zwei Sekunden sind mir keine vielen Euronen wert.

Nun aber zum Hauptpunkt, warum mich Apple nervt: der ständige Hype um diesen Laden.
Da präsentiert der Steve ein Handy ohne Tasten, das erst in Monaten auf den Markt kommt. Und was machen die Leute? Die staunen, als ob der Herrgott persönlich vom Himmel geschwebt ist, um irgendwo auf der Erde seinen Haufen zu setzen. Und die Medien feiern es als Triumphzug der Technik, die von anderen schon Jahre vorher wieder fallen gelassen wurde.
Ein Punkt am Rande: ich glaube ja langsam, dass Apple den Mist mit dem iPhone nur deswegen veranstaltet hat, weil das Prada-Handy vor der Präsentationstür stand. Egal wann es erscheint, es wurde als erstes präsentiert und damit schreibt ab sofort die ganze Welt, dass das iPhone das erste war, obwohl die Entwicklungen parallel liefen oder gar Prada schneller war.
Desweiteren nerven mich die Apple-Jünger: ja, Euch meine ich. Wenn jemand wie ich etwas an dem Laden auszusetzen hat oder einfach nicht mag, dann lebt damit. Versucht nicht, jeden auf die Seite von Apple zu ziehen, weil es ja so toll ist. Der Mist hat schon mit den Religionen nicht funktioniert und sollte ein mahnendes Beispiel sein. Freut euch über das teure Stück Design und lasst uns unwissenden Ungläubigen unsere Unvernunft.

So, das musste einmal gesagt werden. Und wenn es nicht anders sein muss, werde ich jetzt nie mehr ein Wort über Apple verschwenden.

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